Stuttgart – Platz für Kreativität in abbezahlten Investorenbauten!
Es ist soweit! Nach Jahren des allmählichen Niederganges haben nun auch die letzten Shops das Milaneo verlassen.
Die Betreibergesellschaft ECE hatte das Areal vor Jahren bereits an einen Immobilieninvestor aus Bahrain verkauft.
Dieser hatte vor allem für die zurückgekauften Luxuswohnungen bezahlt, ist aber noch völlig unentschlossen, was mit den
Räumen der ehemaligen Shopping-Mall passieren soll. Nun ist PLVS am Zug: Auf der Basis exakter Flächenplanungen,
die vor Jahren ĂĽber eine interaktive Webseite erstellt worden waren, kann dem derzeitigen EigentĂĽmer ein astreines
Zwischennutzungskonzept der Stuttgarter Kunst- und Kulturszene vorgelegt werden.
Die Mall hat die wechselvolle Geschichte des Viertels wĂĽrdig weitergeschrieben und seinem
Namen alle Ehre gemacht. Zuletzt wurden hier etlichen Pächtern die Häute abgezogen,
aber auch so manchem Investor ging es sozusagen mal richtig ans Leder. Wo shopping
am urbansten war („nicht denken – kaufen!“), rollt jetzt das tumble-weed. Stylisches Vakuum,
Leere voll Flair. Der Künstler-Riegel an der Radio-Dräger-Ecke zwischen Tübinger/Sophien
und Paulinenbrücke, zwischen Süden, Westen und City lädt zum Werkeln, Bildhauern,
Kreieren, Performen – und die Sammler zum Bummeln.
Leonardo Da Vinci stand Pate fĂĽr dieses Neue StĂĽck Stuttgart, mit dem Breuninger
die City angesichts der Stuttgart-21-Malls attraktiv gehalten hat und nun die Kunst beherbergen kann.
Mitten in historisch gewachsene Strukturen hineingeklotzt wird die Szene hier lustig brodeln
und bildet einen Akzent im SĂĽden mit viel Ausstrahlung. Eine konventionelle Verpachtung
wurde im Zuge der Einzelhandelsentwicklung in Stuttgart noch während der Bauphase
von vorneherein abgeblasen. Es handelt sich sozusagen um originären, taufrischen
Leerstand. Glas-ummantelte Sammlerresidenzen-Schäumchen in der topografisch
bewegten Dachlandschaft garantieren wohltemperierte Abnehmer-Ströme.